Anime & Manga Aug 14, 2026Zu Lesezeichen hinzufügen

Eine koordinierte Operation zwischen Naver WEBTOON, dem südkoreanischen Kulturministerium (MCST) und Interpol führte zum Entfernen von drei englischsprachigen Plattformen für das illegale Herunterladen von Manga- und Webtoon-Inhalten. Ein Erfolg, doch Spiegelseiten verbreiten sich weiter.
Naver WEBTOON – die südkoreanische Webtoon-Plattform (Manhwa im vertikalen, mobiloptimierten Format), eine der weltweit wichtigsten – koordinierte eine Aktion mit dem MCST (Ministry of Culture, Sports and Tourism, südkoreanisches Kulturministerium) und Interpol, um drei Piraterie-Websites zu entfernen, die inoffizielle englische Übersetzungen von Webtoons und Mangas anboten. Anime News Network berichtet über die Operation vom 14. August 2026.
Der englischsprachige Markt für Online-Manga- und Webtoon-Lektüre wird massiv von Piraterie-Websites gespeist, die gescannte und inoffizielle Übersetzungen (Scanlations) anbieten, die oft vor den legalen Versionen verfügbar sind. Diese Websites entziehen direkt Studios, Mangaka und legalen Plattformen (Manga Plus von Shueisha, offizielle Webtoon-Plattform, Crunchyroll Manga usw.) erhebliche Einnahmen.
Die drei abgeschalteten Websites verzeichneten laut Anime News Network gemeinsam über 130 Millionen jährliche Besuche. Eine massive Reichweite, die auf Kosten legaler Plattformen ging.
Eine Scanlation ist eine gescannte und von Fans freiwillig übersetzte Version eines Mangas oder Webtoons ohne Zustimmung der Rechteinhaber. Eine alte Praxis in der Manga-Community, die heute direkt mit legalen Plattformen konkurriert, die oft kostenlose offizielle Übersetzungen anbieten (Manga Plus, Webtoon).
Was sie ändert: Drei weitere Websites verschwinden aus dem sichtbaren Web. Die Beteiligung von Interpol an einer solchen Operation ist bemerkenswert – sie signalisiert, dass die Piraterie digitaler geistiger Eigentumsrechte zunehmend als internationale und nicht nur nationale Angelegenheit behandelt wird.
Was sie nicht ändert: Die Piraterie von Manga und Webtoons bleibt endemisch. Für jede abgeschaltete Website tauchen innerhalb weniger Tage mehrere Spiegel oder Nachfolger auf. Die Community der nicht zahlenden Leser:innen hat eingespielte Routinen (Listen mit Alternativwebsites auf Reddit, Discord usw.), die die Entfernung von Plattformen langfristig wenig wirksam machen.
Für Naver WEBTOON, deren Geschäftsmodell auf Premium-Abos und dem Kauf von Coins (virtuelle Währung zum Freischalten von Episoden) basiert, stellt die Piraterie einen direkten Einnahmeverlust dar. Die Plattform hat zudem ihre Partnerschaften mit Animationsstudios und Verlagen für Adaptionen ausgebaut – was ihren IP-Wert erhöht und nun koordinierte rechtliche Maßnahmen auf internationaler Ebene rechtfertigt.
Die eigentliche Antwort auf die Piraterie bleibt, wie in diesem Bereich üblich, der praktische, schnelle und günstige legale Zugang: Wenn offizielle Plattformen die Kapitel zeitgleich in mehreren Sprachen am Tag des Erscheinens anbieten (wie Manga Plus mit Shueisha-Serien), sinken die Piraterieraten deutlich.
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