Japan 7 h agoZu Lesezeichen hinzufügen

Das immersive Kunstmuseum teamLab Borderless eröffnet seine Hauptinstallation « Light Sculpture » in Tokio erneut. Ein Rückblick auf das Kollektiv teamLab und warum Borderless die japanische digitale Kunst neu definiert hat.
teamLab (チームラボ), eine japanische Kollektivgruppe für digitale Kunst, die 2001 von Toshiyuki Inoko (猪子 寿之) gegründet wurde, eröffnet seine Installation « Light Sculpture » erneut im Museum Borderless (ボーダレス) in Tokio. Das Museum zog 2024 von seiner historischen Adresse in Odaiba (お台場, Kōtō-ku) nach Azabudai Hills (麻布台ヒルズ, Minato-ku), nachdem der ursprüngliche Standort geschlossen wurde.
Borderless ist kein Museum im klassischen Sinne: Es ist ein einzigartiges und sich weiterentwickelndes Werk, bei dem die Installationen keine Grenzen haben und miteinander interagieren. Ein Besucher, der den Raum « Universe of Water Particles » betritt, kann sehen, wie seine Bewegungen einen Wasserfall in den benachbarten Raum auslösen. Das erklärte Ziel des Kollektivs - das Werk aus dem Rahmen zu befreien - wird durch eine beeindruckende technische Infrastruktur gestützt: Hunderte von Projektoren, Infrarot-Bewegungssensoren, ein proprietärer Rendering-Motor, der intern entwickelt wurde.
Die Installation, in ihrer neuen Version, spielt mit dreidimensionalen Lichtstrahlen, die manipulierbar sind. Im Gegensatz zu Hologrammen sind die Strahlen « fest » in der visuellen Wahrnehmung: Der Zuschauer nimmt eine Lichtmaterie wahr, die er physisch umrunden kann. Die Technik nutzt die kontrollierte Streuung in einer nebligen Atmosphäre mit einem präzisen Lasergitter.
teamLab hat sich international verbreitet - Macao, Shanghai, Dschidda, Abu Dhabi, kürzlich ein Pop-up in Utrecht - aber Tokio bleibt sein Labor. Der Ansatz ist in eine moderne japanische Tradition der Digitalkunst als Handwerk einzuordnen, die mit Figuren wie Ryoji Ikeda (池田 亮司, minimalistischer Klang- und visueller Künstler) oder der Arbeit von Ryuichi Sakamoto (坂本 龍一) an der Frage des « technischen Gestus als Werk » verglichen werden kann. Das Kollektiv zählt heute über 800 Mitarbeiter - Programmierer, Designer, Mathematiker, Tontechniker.
Das Kollektiv kommuniziert nicht seine Einnahmen; das Erlebnis befindet sich im Premium-Segment der kulturellen Aktivitäten in Tokio. Fotografen sollten die Wochenendzeiten meiden - die Kontemplationszeiten werden durch die Besucherzahl reduziert.
Borderless ist eines der wenigen Projekte, die bewiesen haben, dass ein « digitales Museum » kein Marketing-Gag ist. Zehn Jahre nach seiner Eröffnung (erste Version 2018) ist das internationale Publikum nicht zurückgegangen - ein Zeichen dafür, dass die Formel funktioniert. In Verbindung mit den aktuellen Fragen zur generativen KI und der Kunst: teamLab vertritt seit jeher eine digitale Kunst, die von Menschen für das physische Erleben geschaffen wird.
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