Cybersicherheit Aug 31, 2026Zu Lesezeichen hinzufügen

PaperCut kehrt mit einer neuen aktiv ausgenutzten Zero-Day-Schwachstelle in die Sicherheitsnachrichten zurück. Die eigentliche Frage: Warum wird eine so weit verbreitete Software so systematisch bei Patches vernachlässigt?
PaperCut ist wieder in den Sicherheitswarnungen. The Register berichtet, dass eine neue Zero-Day-Lücke – aktiv ausgenutzt – diese Druckverwaltungssoftware betrifft, die in Zehntausenden von Organisationen weltweit im Einsatz ist.
Es ist bereits die nächste kritische Warnung zu PaperCut in kurzer Zeit. 2023 wurden zwei große Schwachstellen (CVE-2023-27350 und CVE-2023-27351) massiv von Ransomware-Gruppen wie Clop und LockBit ausgenutzt – innerhalb weniger Tage nach ihrer Offenlegung, bevor die meisten Administratoren reagieren konnten. Die Situation scheint sich zu wiederholen.
PaperCut MF/NG verwaltet das Drucken in Universitäten, Krankenhäusern, Anwaltskanzleien, Behörden und Großunternehmen. Es ist überall – und genau das ist das Problem.
Infrastruktur-Tools wie Druckserver teilen ein gemeinsames Schicksal: Sie werden installiert, konfiguriert und nie wieder angefasst. Nicht weil IT-Teams nachlässig sind, sondern weil „wenn es funktioniert, lässt man es so“ – und Drucken steht nicht in den Top 10 der Sicherheitsprioritäten.
Zudem verfügt PaperCut oft über eine hohe Netzwerktransparenz: Verbindung zum Active Directory zur Benutzerauthentifizierung, Zugriff auf alle Drucker und MFPs des gesamten IT-Systems, sensible Dokumentenflüsse. Ein kompromittierter PaperCut-Server ist ein hervorragender Netzwerk-Pivot.
Das Muster ist vorhersehbar geworden:
PaperCut zeigt, warum das Patch-Management für „langweilige“ Tools genauso wichtig ist wie für Kernsysteme – oder sogar wichtiger, weil es systematisch unterbewertet wird.
Sofortmaßnahmen
- Offiziellen PaperCut-Sicherheitshinweis prüfen: papercut.com/security – korrigierte Versionen und Workarounds verfügbar.
- Patch dringend anwenden – nicht bis zum nächsten Wartungsfenster warten. Die Ausnutzung findet jetzt statt.
- Exposition prüfen: Die PaperCut-Administrationsschnittstelle sollte nur über vertrauenswürdige IPs oder per VPN zugänglich sein – niemals über das Internet.
- Protokolle auditieren: Unerwartete Zugriffe auf die Admin-Oberfläche, Kontoerstellungen, Konfigurationsänderungen, massive oder ungewöhnliche Druckaufträge.
- Netzwerkisolierung in Betracht ziehen: Falls kein sofortiges Patchen möglich ist, entfernen Sie Remote-Zugriffe auf den PaperCut-Server bis zur Korrektur.
- Regelmäßigen Update-Zyklus für PaperCut einplanen: Dies wird nicht die letzte entdeckte Schwachstelle sein.
Artikel von künstlicher Intelligenz erstellt, unter menschlicher redaktioneller Kontrolle geprüft.