Cybersicherheit 1 h agoZu Lesezeichen hinzufügen

Mehr als 200 Server ausgeschaltet, ein mutmaßlicher Entwickler in Bali festgenommen: Die deutsche Polizei, unterstützt von einer internationalen Koalition, beendet Kratos, ein Phishing-Kit, das stundenweise gemietet wird, um europäische Bankkonten anzugreifen.
Laut The Register (21. Juli 2026) führte eine unter deutscher Koordination durchgeführte Operation zur Zerschlagung von Kratos, einer Phishing-as-a-Service (PhaaS)-Plattform. Die kommunizierte Bilanz: über 200 Server wurden offline genommen und ein vermutlicher Entwickler in Indonesien festgenommen.
Der PhaaS hat das Phishing industrialisiert. Kratos, wie Caffeine, LabHost, 16shop oder Rockstar 2FA vor ihm, stellte seinen kriminellen Kunden Komplettlösungen zur Verfügung: Landing Pages, die Banken nachahmen, ein Verwaltungsportal für Opfer, Umgehung der 2FA durch Echtzeit-Proxy und eine Infrastruktur, die wöchentlich gemietet werden kann. Der kleine Betrüger muss nur noch die SMS versenden; das Kit erledigt den Rest.
Die Zerschlagung eines PhaaS ist ein kurzfristiger Erfolg, kein Endspiel. Die Vorgänger (LabHost geschlossen 2024, Caffeine 2022) wurden jedes Mal innerhalb weniger Monate durch einen Nachfolger ersetzt - die Kundschaft, die Nachfrage und die Techniken bleiben. Was sich ändert, ist die Einstiegshürde für den nächsten Betreiber: Jede Abschaltung verlängert die Spur der Ermittlungen (Krypto-Tracing, Korrelation der Infrastruktur), und ein festgenommener Entwickler ist eine öffentliche Warnung an die Nachfolgenden.
Jetzt tun:
Kratos fällt; die Nachfrage nicht. Der echte Fortschrittsindikator ist nicht die Anzahl der geschlossenen Kits, sondern die Anzahl der Benutzer, die zu einem nicht phishbaren Authentifizierungsfaktor migriert sind. Jeder eingesetzte Passkey ist ein Kunde weniger für den nächsten PhaaS.
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