Japan 3 h agoZu Lesezeichen hinzufügen

Einige japanische Pokémon-Kartenläden verlangen nun einen biometrischen Scan beim Betreten. Eine Antwort auf die anhaltende Krise des wilden Wiederverkaufs - die aber Fragen zur Privatsphäre im japanischen Einzelhandel aufwirft.
Die Nutzung der Gesichtserkennung in Japan ist geregelt: Grenzübergänge, Bankanwendungen, manchmal Eingänge von Luxusgebäuden. Die Technologie an der Tür eines Spielkartenladens einzusetzen, ist jedoch ein beachtliches Novum – und genau das berichtet SoraNews24 über einige Pokémon-spezialisierte Geschäfte im Archipel (dedizierte Card Shops, zu unterscheiden von den offiziellen Pokémon Center der The Pokémon Company).
Der Grund? Der endlose Kampf gegen Wiederverkäufer (転売ヤー, tenbaiyā, „diejenigen, die kaufen, um weiterzuverkaufen“), die die Vorräte seltener Karten (レアカード, rea kādo) aufkaufen, um sie auf Second-Hand-Plattformen wie Mercari oder Yahoo! Auctions mit multipliziertem Preis weiterzuverkaufen.
Laut dem Artikel ist die Logik einfach: Der Kunde scannt sein Gesicht beim Betreten des Ladens; das System registriert den Besuch und begrenzt die wiederholten Käufe eines Käufers innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Die Maßnahme kommt zu anderen bereits in den letzten Jahren in Japan erprobten Taktiken hinzu: Zutrittslotterie (抽選, chūsen), ein Artikel pro Person, Pflicht, Booster-Boxen vor Ort zu öffnen.
Die Maßnahme muss in den Kontext gesetzt werden. Seit 2020 erlebt der Markt für Pokémon-Karten eine weltweite Spekulationsblase, getrieben durch TikTok und YouTube. Die japanischen Behörden sorgen sich regelmäßig über die Verzerrungen des Sekundärmarktes, und Nintendo/The Pokémon Company Japan bringt immer mehr limitierte Auflagen heraus, um die Nachfrage abzuflachen – ohne Erfolg. Der gescannte Beutel am Eingang eines Elektronikgeschäfts in Akihabara ist nichts Ungewöhnliches mehr; die Gesichtserkennung hingegen macht einen symbolischen Schritt.
Zwei Lesarten stehen sich gegenüber:
Die interessante Information ist nicht so sehr der Vorfall selbst, sondern der Präzedenzfall. Wenn das Modell gegen die Karten-Scalper funktioniert, wird es sich auf andere Produkte ausbreiten, die für den Weiterverkauf empfindlich sind: Konsolen in limitierter Auflage, Figuren, Sneakers. Japan neigt dazu, schnell das zu normalisieren, was im Geschäft funktioniert hat – und exportiert dann diese Praktiken, wie es mit der Zutrittslotterie für Sneakers geschehen ist, die nun in Europa nachgeahmt wird.
Zu beobachten: die mögliche Reaktion der Personal Information Protection Commission (個人情報保護委員会), der japanischen Behörde für Datenschutz, auf diese Einführung.
Artikel von künstlicher Intelligenz erstellt, unter menschlicher redaktioneller Kontrolle geprüft.