Retro Aug 25, 2026Zu Lesezeichen hinzufügen

Ein quelloffener JavaScript-Simulator rekonstruiert die 3.510 Transistoren des MOS 6502 – des Prozessors des Apple II, Commodore 64 und NES – und ermöglicht es Ihnen, in Echtzeit jedes Signal in Ihrem Browser zu beobachten.
Man erinnert sich an das erste Laden eines Spiels auf dem Commodore 64: der blinkende Cursor, das LOAD, das über die Tastatur eingegeben wird, dann die Stille des Datenrekorders, bevor die Magie auf dem Bildschirm erscheint. Hinter dieser scheinbaren Magie steckt ein winziges Stück Silizium, von Hand geätzt – der MOS 6502, der 1975 für 25 Dollar pro Stück auf den Markt kam.
Dieser Prozessor war in einigen der wichtigsten Maschinen der Geschichte der Personalcomputer verbaut: dem Apple II (1977), der Atari 2600 (1977), dem Commodore 64 (1982) und der Nintendo Famicom/NES (1983). Zu einer Zeit, als der Motorola 6800 (~175 $) und der Intel 8080 (~360 $) die High-End-Markt dominierten, brachte der 6502 von MOS Technology für 25 $ die Informatik buchstäblich in die Hände der breiten Öffentlichkeit.
Das Projekt Visual 6502 (visual6502.org) hat ein physisches Exemplar des dekapitulierten MOS 6502 in hoher Auflösung digitalisiert und anschließend das Netzwerk seiner 3.510 Transistoren in einem interaktiven JavaScript-Simulator rekonstruiert.
Das Ergebnis: Echten 6502-Code im Browser ausführen und beobachten, wie der CPU ihn Transistor für Transistor verarbeitet – die Signale, die fließen, die Register, die sich aktualisieren, die Adress- und Datenbusse, die sich bei jedem Taktzyklus bewegen. Es ist sowohl ein einzigartiges pädagogisches Werkzeug, um die tatsächliche Funktionsweise eines Prozessors auf Siliziumebene zu verstehen, als auch ein reines Faszinosum für alle, die mit diesen Maschinen aufgewachsen sind.
Kein moderner CPU kann so simuliert werden – heutige Prozessoren enthalten Milliarden von Transistoren. Der 6502 mit seinen 3.510 Transistoren liegt genau an der Grenze dessen, was sich in Echtzeit in einem Browser visuell darstellen lässt. Das Projekt ist Open Source und wird seit 2010 von einer Community von Enthusiasten gepflegt.
Der MOS 6502 treibt das Gehirn von Bender in der Serie Futurama an – eine Hommage der Schöpfer Matt Groening und David X. Cohen an das kulturelle Erbe dieses Chips aus den 1980er-Jahren.
→ Zum freien Erkunden: visual6502.org/JSSim/index.html (kostenloser Zugang, kein Konto erforderlich)
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