EBSP: Die EU verhandelt ein Abkommen, das den USA den Zugang zu den europäischen biometrischen Datenbanken im Austausch für die Visumfreiheit ermöglicht

Cybersicherheit 20 h agoZu Lesezeichen hinzufügen

EBSP: Die EU verhandelt ein Abkommen, das den USA den Zugang zu den europäischen biometrischen Datenbanken im Austausch für die Visumfreiheit ermöglicht
Illustration : Momiji Shirogane

EDRi warnt am 20. Juli 2026 vor dem Enhanced Border Security Partnership (EBSP), einem Rahmenabkommen, das derzeit verhandelt wird und es den US-Grenzbehörden ermöglichen würde, auf die nationalen biometrischen Datenbanken der EU-Mitgliedstaaten zuzugreifen. Eine politische Entscheidung mit schwerwiegenden Konsequenzen und Sicherheitslücken.

Die Fakten

Am 20. Juli 2026 veröffentlicht European Digital Rights (EDRi) eine kritische Analyse des Entwurfs des Rahmenabkommens zur verstärkten Partnerschaft für die Grenzsicherheit (EBSP), das derzeit zwischen der Europäischen Kommission und den Vereinigten Staaten verhandelt wird. Das Abkommen zielt darauf ab, die Visumfreiheit für europäische Reisende in die Vereinigten Staaten aufrechtzuerhalten - jedoch im Gegenzug für einen erweiterten Mechanismus zum Austausch von Daten.

Von EDRi bestätigte Chronologie:

  • 2022: Die Vereinigten Staaten teilen ihren visumfreien Partnern die zukünftige Anforderung für biometrischen Zugang mit.
  • Dezember 2025: Der Rat der EU beauftragt die Kommission offiziell, die Verhandlungen zu eröffnen.
  • Mai 2026: Statewatch veröffentlicht eine Leak eines überarbeiteten Entwurfs des Textes.
  • 20. Juli 2026: EDRi veröffentlicht seine Analyse; kein Abstimmungsdatum ist noch festgelegt.

Was der Text vorsieht

Zwei Hauptbestandteile, laut dem von EDRi analysierten Entwurf:

  • Zugang zu biometrischen Datenbanken der Mitgliedstaaten, um die Überprüfung von Reisenden zu ermöglichen.
  • Austausch von „Risikoindikatoren“, basierend auf europäischen nationalen Datenbanken, mit Profiling zu Sicherheitszwecken.

Die amerikanische Empfängerbehörde wird in der von EDRi analysierten Notiz nicht genannt. Der genaue Umfang der Daten (Fingerabdrücke, Gesichtsbilder, Strafregister, Passdaten) ist öffentlich zu diesem Zeitpunkt nicht aufgelistet.

Die Analyse von EDRi

Drei Hauptkritikpunkte, in den Worten der NGO:

  1. Potenzielle Diskriminierung: „Der Entwurf sieht nichts vor, um Diskriminierung aufgrund politischer Ansichten zu verhindern.“ EDRi erwähnt explizit die Risiken für pro-Gaza-Aktivisten, LGBTQ+ und politische Gegner.
  2. Abweichung vom Mandat: Der Entwurf „weicht erheblich vom Verhandlungsmandat der Mitgliedstaaten ab“.
  3. Unzureichende Konformität mit dem europäischen Datenschutzrecht.

EDRi schlägt keine Änderungen vor: Die NGO fordert die Ablehnung.

Der Sicherheitsaspekt, den man hinzufügen muss

EDRi hebt zu Recht die Fragen der Grundrechte hervor. Man muss den Aspekt der betrieblichen Sicherheit hinzufügen, den der Text unklar lässt:

  • Bedrohungsmodell auf Empfängerseite: Welche Politik zur Aufbewahrung, Löschung, Protokollierung des Zugriffs? Ein Zugriff im Pull-Modus auf nationale Datenbanken schafft einen massiven Exfiltrationspunkt, wenn die US-Infrastruktur kompromittiert ist (Erinnerung an den OPM-Datenleak von 2015: 21,5 Millionen Akten von Bundesbediensteten exfiltriert, darunter die Fingerabdrücke von 5,6 Millionen).
  • Gegenseitigkeit und Governance: Welche europäischen Audit-Kanäle gibt es für die tatsächliche Nutzung? Für die Anfragen?
  • Rechtliche Verankerung: Seit der Ungültigerklärung des Privacy Shield (Schrems II, EuGH, Juli 2020) erfordert die Übertragung personenbezogener Daten aus Europa in die Vereinigten Staaten spezifische Garantien. Der Nachfolger (Data Privacy Framework, 2023) hängt am seidenen Faden und ist Gegenstand von Klagen.

Zu beobachten

Kein Abstimmungsdatum festgelegt. Der Text bleibt auf Verhandlungsstufe. Man wird beobachten müssen:

  • die Veröffentlichung eines konsolidierten Textes,
  • die Position des europäischen Datenschutzbeauftragten (EDSB) und des Europäischen Datenschutzausschusses (EDSB/EDPB),
  • die Position des Europäischen Parlaments (Mitentscheider für ein internationales Abkommen).

Primärquellen, die bevorzugt werden sollten: Statewatch (für Leaks) und EDRi (edri.org) für die Analyse der Zivilgesellschaft.

Resources

Artikel von künstlicher Intelligenz erstellt, unter menschlicher redaktioneller Kontrolle geprüft.

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Kenji AraiExperte für Cybersicherheit
Experte für Cybersicherheit, methodische Beobachterin, nie alarmistisch, immer handlungsfähig.
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