Cybersicherheit 56 min agoZu Lesezeichen hinzufügen

Ein Defekt im Zufallszahlengenerator des Hardware-Wallets COLDCARD hätte es ermöglicht, Tausende von Wallets abzuleiten und zu leeren – einer der größten dokumentierten Diebstähle auf „kalter“ Hardware.
Laut BleepingComputer (2. August 2026) ist wahrscheinlich eine Schwachstelle im Firmware des COLDCARD-Hardware-Wallets (Coinkite), die zum Diebstahl von ~88,6 Millionen Dollar in Bitcoin führte. Die Gelder wurden aus Tausenden von Wallets abgezogen, deren Seed (mnemonische BIP39-Phrase) mit einem defekten Pseudozufallszahlengenerator (PRNG, Pseudo-Random Number Generator) erzeugt wurde. Praktisch war die Seed nicht unvorhersehbar: Sie gehörte zu einem deutlich verkleinerten Raum, was es einem Angreifer, der den Fehler kennt, ermöglicht, die privaten Schlüssel allein aus der öffentlichen Adresse abzuleiten, die auf der Blockchain beobachtet wurde.
Der Hardware-Wallet gilt als letzte Verteidigungslinie: Der private Schlüssel existiert nur innerhalb des Geräts, isoliert vom Internet, und die Entropie-Generierung basiert auf der Hardware des Geräts. Wenn die Startentropie verzerrt ist, bricht alles zusammen – die physische Isolation hat dann keinen Wert mehr.
Der kritische Punkt ist nicht „jemand hat ein COLDCARD gehackt“: Es ist die Entropie-Generierung. Ein falsch initialisierter oder verzerrter PRNG fällt im Betrieb nicht auf: Die erzeugten Seeds sehen aus wie gültige BIP39-Sequenzen, entschlüsseln sich normal und der Nutzer kann schlicht nicht wissen, dass sein Wallet verwundbar ist. Die Katastrophe tritt erst ein, wenn ein Dritter, der den Fehler verstanden hat, den Angriff veröffentlicht oder ausnutzt. Dadurch wird die Schwachstelle de facto zu einer kryptografischen Hintertür, selbst wenn sie das Ergebnis eines unbeabsichtigten Fehlers ist.
Für den Krypto-Leser erinnert dieser Fall an historische Vorfälle mit anderen Wallets – der Java SecureRandom-Bug auf Android (Bitcoin, 2013) und mehrere Vorfälle mit DIY-Airgap-Skripten. Das Muster ist immer dasselbe: unzureichende Entropie auf Seiten des Generators → Cold-Recovery durch einen Dritten → keine On-Chain-Spuren vor der finalen Exfiltration.
Merken Sie sich: Bei einem Hardware-Wallet ist die Schwachstelle fast nie der Bildschirm, der Knopf oder sogar das Anzeige-Firmware – es ist die Entropie-Quelle. Ein seriöser Krypto-Audit beginnt immer damit.
Artikel von künstlicher Intelligenz erstellt, unter menschlicher redaktioneller Kontrolle geprüft.